Lichttherapie als Behandlungsoption bei depressiven Jugendlichen?

Depressionen steigen im Jugendalter rasant an, aber existierende Behandlungsmöglichkeiten sind vielleicht nicht auf alle Betroffenen zugeschnitten. Lichttherapie könnte eine einfache und freundliche Alternative sein.

Lichterkette mit weißen GlühbirnenJohn VanderHaagen via flickr (https://flic.kr/p/5Dj6A2, CC:https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode)Im Kindes- und Jugendalter steigen psychologische Probleme rasant an. Eine Angststörung oder Depression im Kindes- oder Jugendalter erhöht das Risiko einer solchen im Erwachsenenalter drei- bis viermal und bei früher Vorbelastung ist die Therapiedauer länger, die Rückfallquote höher und die Depression oft stärker ausgeprägt als bei Erwachsenen mit einer Ersterkrankung. Das heißt, frühe Erkennung und therapeutische Schutzmaßnahmen sollten so früh wie möglich ergriffen werden, um den Jugendlichen eine optimale Entwicklung zu ermöglichen. Bei Erwachsenen wird oft, aber nicht nur, eine medikamentöse Behandlung mit Psychopharmaka eingesetzt, die oft gravierende Einflüsse haben und deren Anwendung im Kindes- und Jugendalter umstritten ist. Zusätzlich zur Behandlung mit Psychopharmaka oder Psychotherapie wird aber auch manchmal eine Lichttherapie eingesetzt, die darin besteht, für eine gewisse Zeit regelmäßig vor einer Speziallampe mit einer hohen Lichtintensität zu sitzen. Dieses Licht soll helfen, den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus zu unterstützen. In der Tat berichten Jugendliche und Erwachsene mit Depressionen oft von Schlafproblemen. Ein vorheriger Blogeintrag berichtete bereits von einem Einsatz der Lichttherapie bei der Alzheimer Erkrankung (Lemola, 2016). Der Vorteil der Lichttherapie bei Jugendlichen ist, dass diese keinen negativen Einfluss auf die Entwicklung hat, daher sehr gut verträglich ist und auch zu Hause eingesetzt werden kann. Die Effektivität von Lichttherapie bei depressiven Jugendlichen wurde jetzt von ForscherInnen der LWL Klinik in Hamm getestet. Fünfundsechzig Jugendliche (Altersdurchschnitt 16 Jahre) saßen jeden Morgen zehn Tage lang (über einen zweiwöchigen Zeitraum) für jeweils 45 Minuten vor einer Lampe (10.000 lux). Dabei konnten sie aber auch lesen, sich unterhalten, oder Musik hören. Depressive Symptome und Schlafqualität wurden davor, direkt nach der Therapie und nochmal nach zwei Wochen erfragt. Gest und KollegInnen (2016) berichteten eine Verbesserung der Schlafqualität und eine Reduzierung der depressiven Symptome direkt nach der Therapie und nach zwei Wochen. Obwohl noch weitere Studien notwendig sind, zeigen diese Befunde eine vielversprechende Richtung, um frühzeitig erkrankten depressiven Jugendlichen zu helfen.

Quellen:

Gest, S., Holtmann, M., Bogen, S., Schulz, C., Pniewski, B., & Legenbauer, T. (2016). Chronotherapeutic treatments for depression in youth. European Child & Adolescent Psychiatry, 25(2), 151-161.

Lemola, S. (2016). Lichttherapie als Behandlungsoption bei der Alzheimer-Krankheit (http://de.in-mind.org/blog/post/lichttherapie-als-behandlungsoption-bei-der-alzheimer-krankheit).

 

 

 

 

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