Schlafende Kinder, glückliche Mütter

Eine Metaanalyse von 2016 hat untersucht, ob psychosoziale Interventionen den Schlaf von Babys tatsächlich verbessern können und ob sie sichdadurch positiv auf die Stimmung der Mütter auswirken.

Ein Mobile mit gehäkelten Phantasietierenmarkusspiske via pixabay (https://pixabay.com/photo-1835045/, CC: https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)Mutter zu werden, ist normalerweise mit Schlafeinbußen verbunden. Schon gegen Ende der Schwangerschaft klagen viele Mütter über Schlafprobleme. Wenn der Nachwuchs dann da ist, wird es aber meist nicht besser: Neugeborene schlafen oft nicht mehr als vier bis fünf Stunden am Stück. Das führt dazu, dass der Schlaf der Mütter verkürzt und fragmentiert wird. Schlechter Schlaf bei Müttern zeigt eine starke Korrelation mit postnataler Depression, von der bis zu 12 % der Mütter im ersten Jahr betroffen sind.

Die AutorInnen wollten herausfinden, ob Interventionen, die den Schlaf des Kindes verbessern sollen, tatsächlich wirksam sind und ob dies einen Einfluss auf die Stimmung der Mütter hat. Sie haben dafür neun Studien mit insgesamt 1656 Teilnehmerinnen untersucht, in denen der Effekt einer Intervention mit einer randomisierten Kontrollgruppe verglichen haben.  Die Arten der Interventionen waren sehr vielschichtig, von allgemeinen Informationen zum Schlafverhalten von Babys bis zu Entspannungstechniken für die Mütter. In der Metaanalyse fanden die AutorInnen einen kleinen, aber signifikanten Effekt auf die Schlafdauer, nicht aber auf die Aufwachhäufigkeit des Kindes. Das heißt, die Interventionen führten dazu, dass die Mütter längere Schlafdauer berichteten, hatten aber keinen Einfluss darauf, wie häufig nächtliches Erwachen angegeben wurde. Die Mütter berichteten nach der Intervention auch von einer leicht verbesserten Stimmung, allerdings war dieser Effekt sehr schwach und die AutorInnen glauben, dass er eventuell auf einem Publikationsbias (d.h. dass eher Studien publiziert werden, die einen Effekt finden) beruht. Ein weiteres Problem bei den Studien war, dass die Interventionen oft aus mehreren Komponenten bestanden. Darum ist es unmöglich, Aussagen darüber zu machen, welche Art von Intervention tatsächlich hilft. Weitere Studien sind darum notwendig, welche die einzelnen Komponenten in einem kontrollierten Design untersuchen und klar beschreiben. Damit könnte man zukünftig schlaflose Nächte verhindern und vielleicht sogar die Häufigkeit von postnatalen Depressionen verringern.

Quelle:

Kempler, L., Sharpe, L., Miller, C. B. & Bartlett, D. J. (2016). Do psychosocial sleep interventions improve infant sleep or maternal mood in the postnatal period? A systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. Sleep Medicine Reviews, 29, 15-22.

 

 

 

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