Skypen mit Oma – Zweisprachigkeit per Videochat?!

Wohnen Großeltern nicht in der Nähe ihrer EnkelInnen, ermöglichen Skype und Co. ihnen dennoch, ihre Entwicklung miterleben zu können. Ob auch die Kleinen vom Videochat profitieren, untersuchte eine Studie aus den USA.

Ein PC steht auf einem TischNorbert Levajsics via Unsplash (https://unsplash.com/photos/1vwwZ-BmmrE, CC: https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/legalcode)Mit zunehmender Digitalisierung kann Kommunikation spielerisch räumliche Distanzen überwinden. Das weiß auch schon der zweijährige Lukas, der per Skype regelmäßig mit seiner Oma in Brasilien in Verbindung steht. Natürlich freut sich Lukas‘ Oma immer, ihren Enkel zu sehen. Doch was hat Lukas davon? Kann Lukas über den Bildschirm vielleicht sogar  ein bisschen portugiesisch lernen? Dieser Frage gingen Forscherinnen aus den USA nach und untersuchten, wie gut Kleinkinder im Alter von etwa zwei Jahren neue Worte per Videochat erlernen.

Die Forscherinnen zeigten den Kleinen Handlungen und benannten diese mit neuen Worten: Etwas auf und ab hüpfen zu lassen, hieß jetzt zum Beispiel „blicking“. Dieses Vermitteln neuer Worte fand in verschiedenen Situationen statt. Entweder die Kinder befanden sich in einem Austausch mit einem Versuchsleiter, welcher real vor dem Kind saß oder per Videochat auf einem Bildschirm zugeschaltet war. Oder die Kleinkinder sahen ein vorher aufgezeichnetes Video eines Versuchsleiters, der das Wort vermittelte.

In den ersten beiden Situationen (live Interaktion und Videochat) war es dem Versuchsleiter möglich, abgestimmt auf das Kind zu reagieren, da sich beide in einem echten Austausch miteinander befanden. Bei der eingespielten Videoaufzeichnung fiel dieser Aspekt weg.

Wann lernten die Kinder die Bedeutung des neuen Wortes am besten? Ein anschließender Test des Wortverständnisses zeigte, dass die Kleinkinder nur im aufeinander abgestimmten Austausch mit einer echten Person das Wort erlernten. Dabei war es egal, ob der Versuchsleiter anwesend oder per Videochat zugeschaltet war. Durch ein abgespieltes Video konnten die neuen Worte jedoch nicht an die Kinder vermittelt werden.

Solange es eine Abstimmung im Austausch zwischen Kind und PartnerIn gibt, können Kleinkinder neue Worte auch über einen Videostream lernen. Bei Lukas und seiner Oma löst das Wiedersehen auf dem Bildschirm jedes Mal große Freude aus. Wie die Forschung zeigt, bringt der Videochat mit Oma womöglich noch einen Lerneffekt, der darüber hinausgeht.

Quelle:

Roseberry, S., Hirsh-Pasek, K., & Golinkoff, R. M. (2014). Skype me! Socially contingent interactions help toddlers learn language. Child Development, 85(3), 956-970. doi: 10.1111/cdev.12166

 

 

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