A funny thing happened on the way to romance: Wie beeinflusst Humor die Initiierung von Liebesbeziehungen?

Die Ergebnisse zeigten, dass die verwendete Art von Humor den Flirt-Erfolg beeinflusste, auch nach Berücksichtigung der Spaßhaftigkeit. Sowohl Männer als auch Frauen präferierten Fremde, die positiven (vs. negativen) Humor verwendeten (Didonato et al., 2013). Lustige Spötteleien über die Erdnuss-Angebote des Barkeepers kamen besser an als sarkastische, aggressive Hänseleien; aber interessanterweise war dies nur der Fall, wenn die Teilnehmer/innen eine Langzeitbeziehung mit der/dem Fremden in Betracht zogen. Humorstil machte keinen Unterschied, wenn Teilnehmer/innen die Aussichten für Kurzzeitbeziehungen evaluierten, was im Einklang mit Ergebnissen steht, die belegen, dass billige Anmachsprüche (wie zum Beispiel „Mögen Sie Weintrauben? – Nicht? Wie wär’s dann mit einer Dattel/mit einem Rendezvous?“ [Das englische Wort ‚date‘ hat die beiden Bedeutungen ‚Dattel‘ und ‚Rendezvous‘]) genauso effektiv sind wie aufrichtige Annäherungsversuche, wenn Kurzzeitbeziehungen initiiert werden (Senko & Fyffe, 2010). Die Ergebnisse zeigten auch, dass positiver Humor mehr Kompetenz (was Intelligenz beinhaltet) und Wärme vermittelte als negativer Humor, und dass diese zugrunde liegenden Folgerungen dabei halfen, die Verbindung zwischen Humorstil und Interesse an einer Langzeitbeziehung zu erklären (DiDonato et al., 2013). Alles in allem stützen diese Erkenntnisse die Vorstellung, dass Humor als Fitness-Indikator funktioniert und deuten darauf hin, dass die Art des Humors, nicht nur der Humor an sich, spezifische Eigenschaften des Gegenübers signalisiert.

Was für die Praxis in Betracht gezogen werden sollte

Was bedeutet das für uns? Nun, es scheint so, als sei, besonders für Männer, die Initiierung von amüsantem Geplänkel ein guter Weg, um potenzielle Liebespartner/innen zu entzücken, entweder durch Signalisierung attraktiver Partnerschaftsqualitäten (Wilbur & Campbell, 2011), durch Interessenoffenbarung (Li et al., 2009) oder durch das Kreieren von Zusammenhalt (Storey, 2003). Bevor Sie nun versuchen, andere mit Ihrer Witzigkeit zu blenden, zunächst einige Worte der Warnung. Wenn Sie nach einer längerfristigen Liebe suchen, machen Sie zunächst eine Bestandsaufnahme Ihrer anderen attraktiven Qualitäten. Einige Befunde sprechen dafür, dass Humor nur hilft, wenn Sie sowieso schon körperlich attraktiv sind (Lundy, Tan & Cunningham, 1998). Der Ausgangsstatus könnte auch eine Rolle spielen: Menschen mit einem hohen Status können ihre Menschen, die zusammen bleiben, haben dieselbe Art von Humor. Bild: Free-Photos via pixabay (https://pixabay.com/de/paar-hände-halten-wandern-liebe-1210023/, CC: https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)Menschen, die zusammen bleiben, haben dieselbe Art von Humor. Bild: Free-Photos via pixabay (https://pixabay.com/de/paar-hände-halten-wandern-liebe-1210023/, CC: https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)Attraktivität mit selbstironischem Humor erhöhen, aber das wird nicht unbedingt für Menschen mit einem niedrigen Status funktionieren (Greengross & Miller, 2008). Berücksichtigen Sie auch das Energieniveau Ihres Gegenübers: Menschen, die erschöpft sind, tendieren dazu, weniger empfänglich für nette Anmachsprüche zu sein (z. B. „Entschuldigung, wie spät ist es? Ich möchte in der Lage sein, mich genau an den Moment zu erinnern, als ich Sie zum ersten Mal traf.“, S. 1076) als Menschen, die viel Selbstkontrolle (Energie) haben (Lewandowski, Ciarocco, Pettenato & Stephan, 2012). Schlussendlich gilt, dass Menschen, die zusammen bleiben, dieselbe Art von Humor haben (Barelds & Barelds-Dijkstra, 2010), was vermuten lässt, dass es auf lange Sicht Probleme geben könnte, wenn sie Humor als Bewältigungsstrategie verwenden und ihr/e zukünftiger Partner/in nicht.

Der Erfolg von Humor, wie viele anderen zwischenmenschlichen Verhaltensweisen, beruht zum Teil auf Kontextfaktoren und individuellen Zielen, was die/er versierte Komiker/in sorgfältig herauslesen muss, bevor sie/er einen schlagfertigen Kommentar von sich gibt (DiDonato et al., 2013), wie zum Beispiel spontanen, freundlichen Humor, der auf gemeinsamen Erfahrungen, der Umgebung, Nachrichten oder Ereignissen basiert. Wenn beispielsweise ein sympathisch wirkender Passant ein Getränk verschüttet, widerstehen Sie dem Drang, sich sarkastisch lustig zu machen (z. B. „Erinnern Sie mich daran, dass ich in Ihrer Nähe nie gute Kleidung anhabe“) und entspannen Sie sich stattdessen, lächeln Sie und schaffen eine Verbindung (z. B. „Ich sehe das genauso – der Boden braucht eine gute Reinigung“). Die gute Nachricht ist, dass gescheiterter Humor immer noch die Möglichkeit für eine kurzweilige Affäre offen lässt. Aber denken Sie daran, dass potenzielle Langzeit-Partner/innen anspruchsvoll sind und jegliche Anhaltspunkte nutzen, um sich im unsicheren Prozess der Partnerfindung zurechtzufinden.

Und hier noch eine letzte Empfehlung: Wenn humorvolle Bemerkungen nicht Ihre Stärke sind, sind Sie gut beraten, – zumindest zu Beginn – eine alternative Flirtstrategie zu verfolgen. Es ist besser, langfristig zu denken und andere Stärken durchscheinen zu lassen, als eine Schiene zu fahren, die abgedroschen oder, noch schlimmer, nicht einmal lustig ist. Eine Möglichkeit, warum Humor manchmal als Initiator einer Beziehung versagt, liegt darin, dass ein eigentlich scherzhaft gemeinter Kommentar niemanden zum Lachen veranlasst (Bale et al., 2006; Weber et al., 2010). Obwohl die richtige Art von Humor eine schnelle, effektive und vergnügliche Strategie sein kann, um einen Vielzahl an positiven Partnereigenschaften zu vermitteln, sind direkte Annäherungen oder Komplimente immer schlechtem Humor zu bevorzugen (Senko & Fyffe, 2010).

Außerdem sollten Sie nicht vergessen, dass andere Menschen Sie lustiger finden, wenn sie sich bereits zu Ihnen hingezogen fühlen (Li et al., 2009). Dies sollten Sie sich in Erinnerung halten, wenn Sie darüber nachdenken, wie Humor am besten in Ihre Trickkiste mit Flirtstrategien passt.

 

Referenzen

Andersson, M. B. (1994). Sexual selection.  Princeton, New Jersey: Princeton University Press.

Bale, C., Morrison, R., & Caryl, P. G. (2006). Chat-up lines as male sexual displays. Personality and Individual Differences, 40, 655-664.

Barelds, D. P., & Barelds-Dijkstra, P. (2010). Humor in intimate relationships: Ties among sense of humor, similarity in humor and relationship quality. Humor-International Journal of Humor Research, 23, 447-465.

Bressler, E. R. & Balshine, S. (2006). The influence of humor on desirability. Evolution and Human Behavior, 27, 29-39.

Bressler, E.R., Martin, R., & Balshine, S. (2006). Production and appreciation of humor as sexually selected traits. Evolution & Human Behavior, 27, 121-130.

Buss, D. M. (1988). The evolution of human intrasexual competition: tactics of mate attraction. Journal of Personality and Social Psychology, 54, 616-628.

Buss, D. M., & Schmitt, D. P. (1993). Sexual strategies theory: An evolutionary perspective on human mating. Psychological Review, 100, 204-204.

DiDonato, T. E., Bedminster, M. C. & Machel, J. J. (2013).  My funny valentine: How humor styles affect romantic interest. Personal Relationships, 20, 374-390.

Fisher, M., & Cox, A. (2011). Four strategies used during intrasexual competition for mates. Personal Relationships, 18, 20-38.

Greengross, G., & Miller, G. F. (2008). Dissing oneself versus dissing rivals: Effects of status, personality, and sex on the short-term and long-term attractiveness of self-deprecating and other-deprecating humor. Evolutionary Psychology, 6, 393-408.

Greengross, G. & Miller, G. (2011). Humor ability reveals intelligence, predicts mating success,    and is higher in males. Intelligence, 39, 188-192. doi:10.1016/j.intell.2011.03.006

Griskevicius, V., Tybur, J. M., Sundie, J. M., Cialdini, R. B., Miller, G. F., & Kenrick, D. T. (2007). Blatant benevolence and conspicuous consumption: when romantic motives elicit strategic costly signals. Journal of personality and social psychology, 93, 85-102.

Guégen, N. (2010). Men’s sense of humor and women’s responses to courtship solicitations: An   experimental field study. Psychological Reports, 107, 145-156.         

Hatfield, E., & Sprecher, S. (1995). Men's and women's preferences in marital partners in the United States, Russia, and Japan. Journal of Cross-Cultural Psychology, 26, 728-750.

Howrigan, D. P., & MacDonald, K. B. (2008). Humor as a mental fitness indicator. Evolutionary Psychology, 6, 652-666.

Kenrick, D. T., Groth, G. E., Trost, M. R., & Sadalla, E. K. (1993). Integrating evolutionary and social exchange perspectives on relationships: Effects of gender, self-appraisal, and involvement level on mate selection criteria. Journal of Personality and Social Psychology, 64, 951-969.

Li, N. P., Griskevicius, V., Durante, K. M., Jonason, P.K., Pasisz, D. J., & Aumer, K. (2009). An evolutionary perspective on humor: Sexual selection or interest indication? Personality and Social Psychology Bulletin, 35, 923-936.

Lippa, R. A. (2007). The preferred traits of mates in a cross-national study of heterosexual and homosexual men and women: An examination of biological and cultural influences.   Archives of Sexual Behavior, 36, 193-208.

Lundy, D. E., Tan, J., & Cunningham, M. R. (1998). Heterosexual romantic preferences: The importance of humor and physical attractiveness for different types of relationships. Personal Relationships, 5, 311-325.

Martin, R. A., Puhlik-Doris, P., Larsen, G., Gray, J., & Weir, K. (2003). Individual differences in uses of humor and their relation to psychological well-being: Development of the Humor Styles Questionnaire. Journal of Research in Personality, 37, 48–75.

McGee, E. & Shevlin, M. (2009). Effect of humor on interpersonal attraction and mate selection. Journal of Psychology: Interdisciplinary and Applied, 143, 67-77.