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Welche Auswirkungen haben Kürzungen der Trump-Administration auf die Gesundheit der amerikanischen Bevölkerung?

2025 trat das Department of Government Efficiency (DOGE) mit der Kettensäge an, um Bürokratie abzubauen. Warum weder dieser Bürokratieabbau noch ein Gesundheitsministerium unter Robert Kennedy ein Geschenk für das amerikanische Volk sind, zeigt eine aktuelle Befragung von ehemaligen und aktuellen Mitarbeiter:innen des U.S. Centers for Disease Control and Prevention (CDC).

Leere Bürostühle

Vieles hat sich in den USA seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump verändert. Während Europa sich vor allem auf die Außenpolitik, Zölle und Einreisebestimmungen konzentriert, befindet sich die U.S.-Gesundheitsbehörde CDC in einem starken Wandel. Eigentlich besteht die Aufgabe der CDC darin, die öffentliche Gesundheit durch Prävention und Kontrolle von Krankheiten und Unfällen in verschiedenen Bereichen (z. B. am Arbeitsplatz) in den USA, aber auch darüber hinaus, zu wahren. Dazu nutzen die Behörde und ihre zugeordneten Zentren (z. B. das Nationale Institut für Arbeitssicherheit und -gesundheit, NIOSH) verschiedene Maßnahmen zur Beobachtung, Beforschung, Analyse, Prävention und Eindämmung von Krankheiten und Unfällen.

Seit 2025 wurden unter anderem Führungskräfte in verschiedenen Bereichen der CDC ausgetauscht, Programme gestrichen, 27% der Stellen abgebaut und Neueinstellungen eingeschränkt. Darüber hinaus bestimmen neue Regeln (z. B. zu Sprachgebrauch, Datennutzung, Forschungsgegenständen und Außenkommunikation) und Angst vor Angriffen durch Impfgegner:innen den Arbeitsalltag. So kam es im August 2025 zu einer tödlichen Schießerei auf einem Gelände der CDC, bei der ein Impfgegner einen Polizisten erschoss (Smith & Matza, 2025). Diese Geschehnisse sind in größere Umbrüche in der U.S.-amerikanischen Forschungslandschaft eingebettet, wodurch sie sich nur schwer kompensieren lassen.

Was bedeuten die Veränderungen für die Gesundheit der amerikanischen Bevölkerung?

Ein Forschungsteam der Michigan State University hat 624 ehemalige und aktuelle Mitarbeiter:innen aus verschiedenen Bereichen der CDC befragt (Johnson et al., 2026). Das entspricht in etwa fünf Prozent der Belegschaft aus dem Jahr 2024 (Federal Workforce Data, 2026). Diese Befragten haben großteils ein Studium und eine Promotion in Medizin, öffentlicher Gesundheitsversorgung oder Epidemiologie absolviert und verfügen damit über großes fachliches und methodisches Wissen (Johnson et al., 2026). Diese Expertise unterstreicht die Tragik der folgenden Befragungsergebnisse:

99% der Befragten stimmen der Aussage zu, dass die Veränderungen die Kapazitäten der CDC reduziert haben, adäquat auf Pandemien oder Notlagen der öffentlichen Gesundheit zu reagieren (Johnson et al., 2026). Diese reduzierten Kapazitäten werden bereits jetzt deutlich: So wurden vor zehn Jahren noch 3000 CDC-Mitarbeiter:innen in Gebiete geschickt, in denen Ebola ausgebrochen war. Dies ist heute kaum noch möglich, was neben den Kürzungen in der CDC mit dem Austritt der USA aus der WHO und den finanziellen Kürzungen in der Entwicklungshilfe zusammenhängen dürfte (Johnson, 2026).

95% der Befragten denken, dass Amerikaner:innen aufgrund der Veränderungen in der Behörde sterben werden (Johnson et al., 2026). In offenen Fragen gaben die Befragten an, dass sich das genaue Ausmaß schwer abschätzen ließe, weil die U.S.-Regierung mittels Budgetkürzungen, Stellenabbau und Verboten das Sammeln von Daten, um dies zu untersuchen, erschweren würde (Johnson et al., 2026). Dennoch würde vermutlich niemand mit einem medizinischen oder wissenschaftlichen Hintergrund einer solchen Aussage leichtfertig zustimmen.

Diese Sorgen über Auswirkungen auf die Gesundheit der amerikanischen Bevölkerung unterstreicht auch eine Untersuchung zur neuen Kommunikationsstrategie der CDC, die Unsicherheit in Bezug auf Impfungen vermittelt (Böhm et al., 2026). Im Gegensatz zu einer Kommunikationsstrategie, die wissenschaftlichen Konsens über die Sicherheit von Impfungen betont, ging die neue Kommunikationsstrategie in einem großangelegten Onlineexperiment mit erhöhter Unsicherheit und geringerer Bereitschaft, sich impfen zu lassen, einher.

Was bedeutet das für die Forschung?

Die Forschung der CDC und anderer U.S.-amerikanischer Forschungseinrichtungen galt bislang weltweit als federführend und wurde somit auch in anderen Ländern häufig zitiert und zur Entwicklung von Präventionsmaßnahmen genutzt. Diesen Status sehen 96% der befragten (ehemaligen) CDC-Mitarbeiter:innen in Gefahr. Dieser dürfte auch damit zusammenhängen, dass die politischen Veränderungen ihre Arbeit erschweren, wie 99% der befragten amtierenden CDC-Mitarbeiter:innen angaben (Johnson et al., 2026).

Im Falle von Epidemien könnten die Veränderungen bedeuten, dass diese zu spät erkannt und mit den falschen Mitteln bekämpft werden. Dieses Risiko wird auch dadurch verschärft, dass Gelder für entsprechende Forschungsbereiche an anderen Einrichtungen (z.B. Universitäten) zwischenzeitig eingefroren und teilweise komplett eingestellt wurden (Kozlov et al., 2026).

Von diesen finanziellen Einschnitten ist auch die psychologische Forschung aufgrund ihrer thematischen Ausrichtung in besonderem Maße betroffen (Abrams, 2025; Kaiser, 2026). Insbesondere Themen wie soziale Ungleichheiten in Bezug auf Gesundheit, Falschinformationen, sexuelle Orientierung, Migration, Einstellungen zu Impfungen und ökologisch nachhaltiges Verhalten haben überproportional mit Kürzungen zu kämpfen (Abrams, 2025; Kaiser, 2026). Darüber hinaus erschwert die Regierung den Zugang zu Datensätzen (z. B. Behavioral Risk Factor Surveillance System), die über Jahrzehnte in Bezug auf Gesundheit gesammelt wurden, und behindert damit beispielsweise Forschung dazu, wie sich bestimmte Verhaltensweisen auf die Gesundheit auswirken (Abrams, 2025).

Diese Veränderungen betreffen auch europäische Forschende. Einerseits sind Einschnitte im Zugriff auf Daten und Budgetkürzungen besonders für Forschungsarbeiten, die in Kooperationen zwischen U.S.-amerikanischen und europäischen Forschenden entstehen, relevant. Andererseits treffen europäische Forschende auch Versuche der Trump-Administration, Einfluss auf wissenschaftliche Zeitschriften zu nehmen (Foucart, 2025).

Was lässt sich daraus für die Schnittstelle von Gesundheit und Politik in Europa ableiten?

Die Ergebnisse der Befragung von Johnson und Kolleg:innen (2026) und des Experiments von Böhm und Kolleg:innen (2026) sprechen eine deutliche Sprache: Die teilweise Zerschlagung der Gesundheitsbehörde wird verheerende Folgen für die Gesundheit selbst, aber auch Gesundheitsverhalten und Einstellungen gegenüber Wissenschaft haben.

Literatur

Abrams, Z. (2025). Psychology faces unprecedented challenges amid federal actions and funding cuts. Monitor on Psychology, 56(5), 26. www.apa.org

Böhm, R., Schneider, A., Betsch, C., & Lilleholt, L. (2026). CDC communication undermines trust in vaccines. Science, 392(6797), 475–477. https://doi.org/10.1126/science.aef5320

Foucart, S. (2025, May 7). The Trump administration is taking aim at academic journals. Le Monde. www.lemonde.fr

Johnson, C. Y. (2026, June 10). How cuts to CDC are dismantling its capacity to protect Americans’ health. The Conversation. theconversation.com

Johnson, C. Y., Harduar Morano, L., Gartner, D. R., Blalock A. E., & Bohnert, K. M. (2026). State of the CDC Workforce Study [Preregistration]. OSF. https://osf.io/hspnv/files/63ghu

Kaiser K. A. (2026). How U.S. funding restrictions endanger the future of psychology: consequences for research, training, and clinical care. Perspectives on Psychological Science: A Journal of the Association for Psychological Science, 21(3), 223–228. https://doi.org/10.1177/17456916251413523 

Kozlov, M., Tollefson, J., & Garisto, D. (2026). US science after a year of Trump. Nature. https://www.nature.com/immersive/d41586-026-00088-9/index.html 

U.S. Office of Personnel Management. (2026). OPM Federal workforce data [Dataset]. https://data.opm.gov/ 

Smith, C., & Matza, M. (2025, August 9). Officials say gunman who attacked CDC may have had anti-Covid vaccine beliefs. BBC News. www.bbc.com

Bildnachweis
Zitiervorschlag

Kößler, F. J. (2026, 9. Oktober). Welche Auswirkungen haben Kürzungen der Trump-Administration auf die Gesundheit der amerikanischen Bevölkerung? In-Mind Blog. https://de.in-mind.org/blog/post/welche-auswirkungen-haben-kuerzungen-der-trump-administration-auf-die-gesundheit-der

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