Bandwagon effect, bandwagon heuristic

Beschreibt den Effekt, dass sich Menschen (online) oftmals an der Mehrheitsmeinung orientieren und den Urteilen anderer Personen stärker vertrauen als der eigenen Meinung (siehe auch: kognitive Heuristik).

Baseline

Baseline beschreibt die Informationen, die am Anfang einer Studie vorliegen und gegen die spätere Ergebnisse getestet werden. Eine Baseline ist insofern wichtig, als sich Werte in der Bevölkerung über die Zeit verändern können, sodass was heute als Norm gilt, morgen nicht mehr gültig sein muss.

BATNA

Abkürzung für Best Alternative To a Negotiated Agreement: Es handelt sich um die beste Alternative einer Partei, auf die zurück gegriffen werden kann, wenn die eigentliche Verhandlung zu keiner Einigung führt.

Siehe auch Artikel Der Verhandlungsbeginn

Bedrohung durch Stereotype

Unbehagen und Angst ausgelöst durch die Befürchtung ein negatives Stereotyp der eigenen Gruppe zu bestätigen (z.B. geringe Kompetenz). Diese Gefühle beeinträchtigen die eigenen kognitiven Prozesse und Leistungen in relevanten Aufgaben, was zur Bestätigung des negativen Stereotyps führt.

 Siehe auch Artikel Mehr als reine Ideologie

Bedürfnis

ein physischer (z.B. Hunger) oder psychologischer (z.B. Zugehörigkeitsgefühl) Mangelzustand, mit dem Ziel, diesen Zustand zu ändern und das Bedürfnis zu befriedigen.

Bedürfnis nach Einzigartigkeit

Unter bestimmten Bedingungen entwickeln Individuen ein Bedürfnis, ihre Einzigartigkeit und Besonderheit zu demonstrieren. Menschen möchten sich nicht nur in einer Gruppe geborgen fühlen, um möglichst nicht als Abweichler zu erscheinen, sondern auch ihre Individualität, das Besondere der eigenen Person betonen (Snyder & Fromkin, 1980). Demgegenüber steht das Assimilationsbedürfnis, das Bedürfnis dazuzugehören. Befinden sich beide Bedürfnisse in der richtigen Balance zueinander, ist eine Ausgewogenheit zwischen Angepasstheit und Einzigartigkeit erreicht.

Beeinflussung

Beschreibt den Versuch, eine Einstellungs- oder Verhaltensänderung bei einer anderen Person zu bewirken.

Beeinflussungsintensität

Bezeichnet die Eindeutigkeit des Versuchs der Beeinflussung. Je weniger der Versuch der Beeinflussung verschleiert wird, desto höher ist die Beeinflussungsintensität.

Behaltensintervall

Zeitraum zwischen der Aufnahme einer Information ins Gedächtnis und dem Abruf dieser Information aus dem Gedächtnis. Am Beispiel von Zeugenaussagen meint dies die Zeit zwischen Zeugenwerdung und Befragung durch die Polizei.

Beitragsverhandlung

Verhandlung, bei der ein Großteil oder alle Verhandlungsressourcen zu Beginn der Verhandlung in exklusiven Besitz der Verhandlungsparteien sind und sich der Interessenkonflikt darum dreht wer wie viel zu einer Allmende beitragen darf/muss.

Siehe auch Artikel WinWin-Lösungen in Verhandlungen

Beitragsverhandlungen

Die Parteien verhandeln darüber, in welchem Ausmaß sie Ressourcen zu einem gemeinsamen Projekt beitragen. Bekannte Beispiele wären die Beiträge der europäischen Länder zum ESF oder die Beiträge zweier Unternehmen zu einem Joint Venture.

Benchmark Tests

Benchmark ist Englisch und kann mit „Bezugswert“ übersetzt werden. Im Zusammenhang mit Gedächtnistrainings sind das Tests, die vor und nach dem Training absolviert werden und die Transfereffekte quantifizieren. Sie können auch als Transferaufgaben bezeichnet werden (Auch wenn vor dem Training noch keine Transferleistung ermittelt werden kann, werden sie so bezeichnet.). Die Quantifizierung des Transfers passiert durch den Vorher-Nachher-Vergleich der Leistung in Aufgaben, die zwischendurch nie trainiert wurden.

Bereich (field)

ein von Csikszentmihalyi (1999) eingeführte Begriff, um eine soziale Gruppe zu beschreiben, die einzelne anhand ihrer Kreativität beurteilt; das field ist eine relevantes soziales System für das schaffende Individuum und es repräsentiert  einen Teil der Gesellschaft

Bereitschaft

(Engl. preparedness). Es scheint eine angeborene Bereitschaft zu geben, bestimmte Reize mit Gefahr zu assoziieren. So lernen Primaten (dazu gehören auch Menschen) besonders schnell und in wenigen Lerndurchgängen, dass sie z.B. vor Schlangen oder Spinnen Angst haben sollten. Es ist dagegen sogar mit unangenehmen, schmerzhaften Reizen extrem schwierig einem Primaten Angst vor Blumen oder Kaninchen „beizubringen“.

Bewegungsplanung

Als Bewegungsplanung bezeichnet man den Prozess der Auswahl und Erzeugung efferenter (ausgehender) Signale, welche eine intendierte Bewegung hervorrufen.

Bewertungstheorie

Bewertungstheorien beschäftigen sich mit der Entstehung spezifischer Emotionen aufgrund kognitiver Bewertung und weniger aufgrund körperlicher Empfindungen. Emotionen entstehen demnach in Abhängigkeit der Bewertung einer Situation als beispielsweise positiv oder negativ, gerecht oder ungerecht, durch einen selbst kontrollierbar oder nicht.

Bewusstsein

Obgleich die Definition von Bewusstsein selbst Gegenstand einer Debatte ist, verstehen viele gegenwärtige BewusstseinsforscherInnen und PhilosophInnen Bewusstsein als eine innere, phänomenale Erfahrungswelt. Diese innere Erfahrungswelt verlässt uns nur im traumlosen Schlaf, unter Vollnarkose, im Koma und im Tod.    

Bewusstseinslagen

Dieses durch Heckhausen und Gollwitzer eingeführte Konzept beschreibt unterschiedliche Stile von Informationsverarbeitung, die man während einer Handlung durchläuft. Die Informationsverarbeitung ist demnach zu Beginn eher offen und kritisch (abwägende Bewusstseinslage), wobei sie während der Umsetzung eher voreingenommen und parteiisch gegenüber dem gewählten Ziel wird (planende Bewusstseinslage).

Bewältigung (coping)

der Prozess, mit schwierigen Umständen umzugehen und der Versuch Stress und Konflikte zu reduzieren oder zu tolerieren

Beziehung

die tatsächliche oder vermeintliche Verbindung, Abhängigkeit, Einfluss oder die Beteiligung von zwei oder mehreren Dingen

Bindungsstile (engl. Attachment styles)

Bestimmte, interindividuell unterschiedliche, wiederkehrende Verhaltensmuster gegenüber Personen, die einem emotional besonders nahe sind (z. B. Eltern). Der Bindungsstil entwickelt sich in der Kindheit durch Erfahrungen mit den ersten Bindungspersonen und ist so stabil, dass er auch im Erwachsenenalter das Verhalten gegenüber romantischen PartnerInnen prägt.

 

Binokulare Rivalität

Phänomen in der visuellen Wahrnehmung, bei dem unsere bewusste Wahrnehmung zwischen zwei Bildern hin und her wechselt, wenn unsere Augen mit zwei unterschiedlichen Bildern stimuliert werden. Wenn ein Bild auf das eine Auge präsentiert wird und ein anderes Bild auf das andere Auge, dann nimmt man nicht etwa beide Bilder gleichzeitig wahr, auch keine Mischung der beiden. Stattdessen wird zeitlich variierend immer nur einer der beiden Stimuli bewusst wahrgenommen.    

Blickzeitstudie

Eine Studie in der den Versuchspersonen an einem Bildschirm oder Eyetracker-Gerät ein Film oder Bilder gezeigt werden und ihre Blicke auf diesem Stimulus ausgewertet werden.

Burnout

bezeichnet eine anhaltende Stressreaktion auf andauernde zwischenmenschliche Stressoren und besteht aus drei Komponenten: Emotionale Erschöpfung (das Gefühl ausgelaugt und erschöpft zu sein), Depersonalisation (innerliche Distanz zu Aspekten des Berufs) und dem Gefühl reduzierten Leistungsvermögens (das Gefühl den Ansprüchen nicht zu genügen; Maslach & Jackson, 1981).

Bystander

Personen, die in einer bestimmten Situation zugegen sind. Bezieht sich in psychologischen Studien häufig auf die Personen, die in einer Not- oder Gefahrensituation zugegen sind und in der Lage wären, Hilfe zu leisten.

 

Bystander-Effekt

Das allgemein zu beobachtende Phänomen, dass die Wahrscheinlichkeit, mit der jemand einem anderen Menschen zu Hilfe kommt, mit der Anzahl der Bystander abnimmt. Menschen leisten mit geringerer Wahrscheinlichkeit Hilfe, je mehr Bystander zugegen sind.

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