Kalibrierung

Als Kalibrierung wird der Prozess bezeichnet, in welchem ein Prüfer seine interne Bewertungsskala, die Verwendung eines vorgegebenen Bewertungs- oder Notensystems, auf einen aktuellen Prüfungs- und oder Leistungsstand einstellt und festlegt.

Kandidatengen

Ein Kandidatengen ist ein Gen, von dem ausgegangen wird, dass es in einem begründeten Zusammenhang mit einem interessierenden Merkmal steht.

Kategorisierung

Gruppierung von Objekten oder Menschen, die als ähnlich angesehen und entsprechend ähnlich behandelt werden.

Kausaler Test

Experimentelles Vorgehen zur Absicherung eines Ursache-Wirkung-Zusammenhangs.

Kausalität

bezeichnet die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung. Ein Ereignis ist die Ursache für eine Wirkung, wenn die Wirkung durch die Ursache herbeigeführt wird.

Kognition

Der Begriff Kognition umfasst die mentalen Prozesse und Strukturen von Personen. In der Kognitionspsychologie werden vor allem Informationsverarbeitungsprozesse untersucht, also z. B. wie Wissen gelernt, gespeichert, abgerufen und eingesetzt wird.

Kognitive Dissonanz

Nicht-Übereinstimmung von Selbstbild und Selbstwahrnehmung (man tut etwas, was sich eigentlich nicht mit dem Bild von sich selbst vereinbaren lässt)

Kognitive Dissonanz

Konflikt zwischen dem Selbstbild als gutem und ehrlichen Menschen und einer Selbstwahrnehmung, die sich nicht mit diesem Selbstbild vereinbaren lässt (z. B. trifft man als guter Mensch keine falschen Entscheidungen)

Kognitive Fähigkeiten

U.a. Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsprozesse, unterschiedliche Facetten des Denkens, Gedächtnis- und Entscheidungsprozesse, Intelligenz, mentale Vorstellungen und Sprache.

Kognitive Heuristik

Eine kognitive Heuristik kann als eine Art Faustregel beschrieben werden, die Menschen als Entscheidungshilfe dient und es ermöglicht, Entscheidungen schnell und auf der Grundlage von nur wenigen Informationen mit einer geringen kognitiven Anstrengung zu treffen.

Kognitive Kompetenz

Leistungsmöglichkeiten im geistigen Bereich von der Wahrnehmung bis zum Denken.

Kognitive Kontrolle

Mit kognitiver Kontrolle sind verschiedene Fähigkeiten gemeint, die selbständiges, flexibles und zielorientiertes Verhalten unterstützen. Beispiele solcher Fähigkeiten im täglichen Leben sind zum Beispiel, zwischen mehreren Aufgaben hin und her zu wechseln, sich Dinge im Kurzzeitgedächtnis zu merken oder automatische, reflexartige Reaktionen zu unterdrücken.
 

kognitive Ressourcen

Kapazitäten im Gedächtnis, die bestimmten Aufgaben zugewendet werden können. Führen wir mehrere Aufgaben gleichzeitig aus oder sind wir unter Zeitdruck, dann bleibt nicht genug Aufmerksamkeit übrig, um zum Beispiel Stereotype zu unterdrücken.

kognitive Verfügbarkeit

Gedanken bzw. Informationen, die einem besonders leicht in den Sinn kommen, besitzen eine hohe kognitive Verfügbarkeit. Unterschiedliche Situationen, in denen wir uns befinden, können jeweils zu Unterschieden im Ausmaß der kognitiven Verfügbarkeit derselben Gedanken führen.

Kognitive-Verhaltenstherapie

Eine Form der Verhaltenstherapie, bei der Kognitionen, also Einstellungen, Gedanken, Überzeugungen und Bewertungen im Mittelpunkt stehen. Die Idee dieser Therapieform ist, dass die subjektive Sicht des Patienten über sein Verhalten entscheidet. Um dysfunktionale Emotionen und Verhalten zu verändern, müssen daher zuerst die Kognitionen des Patienten verändert werden.

kognitiver Geizhals

Metapher für den Menschen, der zu vereinfachter Urteilsbildung und Heranziehung von Faustregeln tendiert.

kognitives Schema

Wissensstruktur, bei der Einzelelemente von Erlebnissen zu einer Einheit (Schema) zusammengefasst werden, das Wiedererkennung und Verarbeitung erleichtert.

Kognitives Training

Bei dieser Art von Training sollen geistige Leistungen durch das wiederholte Ausführen von Aufgaben mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad verbessert werden.

Kohorteneffekt

bezeichnet die Wirkung geschichtlich bedingter epochaler Einflüsse auf Forschungsergebnisse über verschiedene Aspekte des individuellen Lebens: Menschen, die in einer bestimmten Zeit geboren wurden, werden von besonderen historischen und kulturellen Bedingungen beeinflusst.

Koinzidenz

beschreibt das gemeinsame Auftreten von zwei oder mehreren Ereignissen. Dieses Zusammentreffen kann zeitlich geschehen (gleichzeitig/kurz nacheinander) oder räumlich (nah beieinander).

Kollektives Handeln

jede Art der Handlung, die darauf abzielt, die soziale Stellung der eigenen Gruppe zu erhalten oder zu verbessern.

Kollektivistische Gesellschaft

Das Wohlergehen der Gemeinschaft ist das höchste Gut. Die Rechte und Interessen des Einzelnen werden denen der Gruppe untergeordnet.

Kompetenz

bedeutet, dass man intelligent, geschickt und fähig ist (persönliche) Kontrolle: die wahrgenommene Fähigkeit, Einfluss auszuüben und die Umwelt zu verändern, mit dem Ziel, bestimmte Ereignisse zu erreichen

Komplexe Problemlöseszenarien

Testverfahren zur Erfassung komplexer Problemlösefähigkeit. Die Szenarien werden üblicherweise in Form von Computersimulationen vorgegeben, die Strategiespielen ähneln.

Komplexes Problemlösen

Komplexes Problemlösen ist der Prozess der Lösung komplexer Probleme, die sich durch Polytelie (d. h. dem Vorhandensein mehrerer, möglicherweise konfligierender Ziele), Vernetztheit, Intransparenz und Eigendynamik auszeichnen. Für die erfolgreiche Bewältigung komplexer Probleme werden vier Fähigkeiten als grundlegend betrachtet. Im Einzelnen sind dies Zielausarbeitung und Balancierung, Informationsgewinnung und -integration, Maßnahmenplanung und -entscheidung sowie Selbstmanagement.    

Konditionierung

Begriff aus der Lernpsychologie, der die Art und Weise bezeichnet, wie Ereignisse, Stimuli und Verhalten miteinander assoziiert werden.

Konfabulation (konfabulieren)

Erzählen von objektiv falschen Begebenheiten, Information oder Aussagen.

Konformität

Anpassung an die Position der Mehrheit. Individuelles Verhalten, Einstellungen, Urteile oder Meinungen werden unter Gruppendruck an die übrigen Gruppenmitglieder angeglichen.

Konnektom

Der Begriff Konnektom bezeichnet in Anlehnung an den Begriff Genom die Gesamtheit von Nervenverknüpfungen im Gehirn (vom Englischen Wort „connection“ für Verknüpfung).

Konsens

Information über die Übereinstimmung hinsichtlich Meinungen und Standpunkten. Der Konsens in einer sozialen Gemeinschaft bietet dem Einzelnen Orientierung, offenbart Erwartungen, die an ihn herangetragen werden könnten, und legt fest, was als „normal“ und akzeptiert gilt.

Konsensansatz

Um zwischen Minderheiten und Mehrheiten zu differenzieren, wird im Konsensansatz (z. B. Erb & Bohner, 2010) die numerische Größe einer Einflussgruppe als entscheidendes Unterscheidungsmerkmal betrachtet. Die Minderheit ist notwendigerweise numerisch kleiner als die Mehrheit oder anders ausgedrückt, die Meinungsübereinstimmung (der Konsens) fällt bei einer Minderheitsposition geringer aus als bei einer Mehrheitsposition. Da sich die Einflussgruppen lediglich hinsichtlich einer einzigen Variablen unterscheiden (hoher oder niedriger Konsens), ist Konsens die einzige Variable, die Minderheiten und Mehrheiten in jedem sozialen Kontext definiert.

Kontakthypothese

Die Idee, wonach Kontakt zwischen Mitgliedern zweier Gruppen Spannungen, die zwischen den Gruppen bestehen, reduziert, insbesondere dann, wenn der Kontakt unter bestimmten Bedingungen stattfindet.

 

Kontrast

Eine aus einem sozialen Vergleich resultierende Selbsteinschätzung, welche sich stark von der Einschätzung des Vergleichsstandards abhebt.

Kontrollgruppe

Bezeichnet in einer wissenschaftlichen Untersuchung diejenigen Versuchspersonen, die keiner Behandlung ausgesetzt werden, die ansonsten aber den Experimentalgruppen gleichen. Wenn sich die Experimental- und die Kontrollgruppe in den Messwerten voneinander unterscheiden, kann man davon ausgehen, dass dies auf die Behandlung im Experiment zurückzuführen ist.

Kontrollstrategien

Beschreiben nach Kuhl emotionale und kognitive Prozesse, welche die Erreichung des momentanen Ziels unterstützen, indem sie es beispielsweise vor Konkurrenzzielen abschirmen. Exemplarische Strategien wären die Emotionskontrolle (Generierung dienlicher Emotionen) oder die Motivationskontrolle (Fokussierung positiver Zielanreize).

Kontrollüberzeugung, internal bzw. external

Ausmaß, mit dem eine Person glaubt, das eigene Leben selbst bestimmen zu können (internal) bzw. das Leben unterliege der Kontrolle anderer Personen (external).

Kooperationsprinzip

Kooperation ist die Zusammenarbeit, die auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet wird. Das Kooperationsprinzip nach Grice beschreibt, dass sich Menschen normalerweise im kommunikativen Austausch kooperativ verhalten.

Kopierzahlvariation

Kopierzahlvariation sind strukturelle Unterschiede auf der DNA, die aus Aussparung oder Vervielfältigung von Nukleobasensequenzen bestehen.

Korrelation

Stärke des Zusammenhangs zweier Variablen von 1 (perfekter positiver Zusammenhang: je größer die eine Variable, desto größer die andere Variable) bis -1 (perfekter negativer Zusammenhang: je größer die eine Variable, desto kleiner die andere Variable); 0 bedeutet, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Variablen gibt.

Korrelative Studien

Studien, die den Zusammenhang zwischen verschiedenen Merkmalen erfassen. Diese können keine Aussagen über verursachende Faktoren machen.

Kraftspeichermodell

Im Rahmen des Kraftspeichermodells geht man davon aus, dass sämtliche Selbstkontrollhandlungen auf einem begrenzten Kraftspeicher basieren, der den „Treibstoff“ für erfolgreiche Selbstkontrollausübung bereitstellt.

Kraftspeichermodell der Selbstkontrolle

(Engl. Strength Model of Self-Control) = Theoretisches Modell, das davon ausgeht, dass die erfolgreiche Ausführung von Selbstkontrolle (aber auch anderer willentlicher Handlungen) von der momentanen Verfügbarkeit einer begrenzten Ressource abhängt (für einen knappen Überblick siehe Baumeister, Vohs & Tice, 2007). Mögliche andere deutsche Bezeichnungen für das Modell sind Ressourcenmodell oder Selbstregulationsressourcenmodell.

Kreativität

Beschreibt die Fähigkeit „etwas neu schöpfen, etwas erfinden, etwas erzeugen, herstellen“, wobei nach Guilford die Aspekte der Flüssigkeit der Ideenproduktion, der Flexibilität (unterschiedliche Ideenbereiche) und der Originalität (Seltenheit oder sogar Einzigartigkeit der Idee) unterschieden werden. Die von Guilford zur Messung von Kreativität vorgeschlagenen divergenten Denktests sind als direkte Indikatoren allerdings umstritten; teilweise werden sie als Indikatoren für das Potenzial zu hoher Kreativität betrachtet.

Kreativität

ein viel untersuchtes Phänomen typischerweise zugehörig zu a) einer Person, b) einem Produkt, c) einem Verfahren, oder d) einer Umgebung; es wird unterschieden zwischen Herstellung von neuen und nützlichen Dinge, wohingegen zahlreiche Ansätze zur Definition, Hervorrufung und Verbesserung von Kreativität in den vier Bereichen entwickelt wurde

Kulturanthropologie

Gehört zu einem Bereich der sozialen Wissenschaften, der kulturelle Unterschiede unter Menschen erforscht

 

Kulturelle Weltbilder

Von anderen Menschen geteilte Überzeugungen über die Realität, die dem Menschen in seinem Leben Orientierung, Sinn und ein Gefühl von Sicherheit geben und dadurch schützend wirken.

Künstliche Kategorien

Im Kontext des Textes wird der Begriff künstliche Kategorien für diejenigen Kategorien verwendet, welche von Menschen gemachte Objekte umfassen, also z. B. Werkzeuge, Möbel, Kleidungsstücke. Der Begriff künstliche Kategorien wird in anderen Kontexten auch verwendet, um arbiträre, also z. B. für den Zweck der Untersuchung ausgedachte Kategorien, zu bezeichnen.

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