E-Learning

E-Learning ist ein Überbegriff für fast alle Formen des computer- und internetgestützten Lernens. Es bezeichnet die Nutzung elektronischer bzw. digitaler Medien mit dem Ziel des Wissens- und Fähigkeitserwerb.

Effektstärke

Mit „Effekt“ ist in der psychologischen Forschung eine Veränderung (über die Zeit hinweg), ein Unterschied (z. B. zwischen Personen) oder ein Zusammenhang (z.B. zwischen zwei Variablen) gemeint. Die Stärke dieser Veränderung, dieses Unterschieds bzw. dieses Zusammenhangs kann in Form von so genannten Effektstärkemaßen ausgedrückt werden. Auch die Korrelation ist ein Effektstärkemaß. Für die meisten Effektstärkemaße gibt es Konventionen, welche Höhe als „starker“, „mittelstarker“ oder „kleiner“ Effekt zu interpretieren ist, wobei diese Interpretation natürlich immer viel Spielraum lässt: Die Frage, ab wann ein empirisch ermittelter Medienwirkungseffekt als „klein“ oder „groß“ zu bezeichnen ist, ist deshalb nicht mit Hilfe von Statistik zu beantworten, sondern vielmehr auf der Basis normativer und komparativer Überlegungen (wie groß sind Effekte in anderen gesellschaftlich bedeutsamen Bereichen?).

Ego Depletion

Bezeichnet das Vorliegen eines durch die Ausübung von Selbstkontrolle erschöpften Selbstkontroll-Kraftspeichers.

Ego depletion

Wird der Zustand der erschöpften Willenskraft genannt; wird zu viel Selbstregulation gefordert, sind keine Ressourcen mehr für weitere Selbstbeherrschung vorhanden.

Egozentrische Perspektive

Kinder im Vorschulalter sehen die Welt aus ihrer Wahrnehmung heraus und können sich nicht vorstellen, dass es eine andere Perspektive gibt als ihre eigene.

Eigengruppe

Gruppe, zu der eine Person sich zugehörig fühlt oder angehört (Stroebe, Jonas, & Hewstone, 2002).

Eigengruppenprojektion

Sozialpsychologisches Modell zur Erklärung und Verbesserung von sozialen Beziehungen zwischen Gruppen. Es geht davon aus, dass sich Gruppen vor dem Hintergrund einer gemeinsamen übergeordneten Gruppe miteinander vergleichen. Dabei „projizieren“ Gruppen ihre eigenen Werte und Vorstellungen auf die übergeordnete Gruppe, so dass sie glauben, sie seinen typischer für die übergeordnete Gruppe als andere Gruppen. Wenn Deutsche also glauben, Europäer sollten besonders strebsam, diszipliniert und sparsam sein, dann legitimiert die Wahrnehmung, dass die anderen Nationen das nicht sind deren Abwertung.

Ein-Finger-Dyaden

Unter dem Begriff Ein-Finger-Dyaden versteht man Buchstabenpaare, bei denen beide Buchstaben nach dem 10-Finger-Tippsystem mit demselben Finger getippt werden. Ein Beispiel ist die Dyade FV, bei der beide Buchstaben mit dem Zeigefinger der linken Hand getippt werden.

Einstellung

Eine E. bezeichnet die persönliche Bewertung einer spezifischen Sache, beziehungsweise eine spezifische Position, welche eine Person gegenüber einem Sachverhalt (z.B. Frieden), eines Objektes ihrer Erfahrung (z.B. Drogen) oder einer anderen Person gegenüber (z.B. Ausländer) bezieht.

Einstellung

Eine kontinuierliche filmische Aufnahme einer Szene (z.B. Dialog oder vorbeifahrende Autos).

elaborierte Informationsverarbeitung

Informationen werden tiefer verarbeitet (z. B. Durchdenken der dargebotenen Argumente), wenn die Person fähig (z. B. Vorwissen) und motiviert (z. B. Interesse) ist, sich mit den Informationen auseinanderzusetzen.

Elektroenzephalografie

Die Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns durch Aufzeichnung von Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche. Ursache der elektrischen Aktivität sind physiologische Vorgänge einzelner Gehirnzellen, die durch ihre elektrischen Zustandsänderungen zur Informationsverarbeitung des Gehirns beitragen.

Embodied Cognition

Theorien der Embodied Cognition oder des Embodiments beschreiben die Annahme, dass Denkprozesse und kognitive Vorgänge immer in Wechselwirkung mit körperlichen Wahrnehmungen und Handlungen stattfinden.

Embodiment

Embodiment (auch: embodied cognition) ist ein neuerer kognitionspsychologischer Ansatz, der insbesondere die Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche in den Vordergrund stellt.

Emotion

Emotion bezeichnet einen psycho-physiologischen Prozess, der mit körperlichen Veränderungen, spezifischen Gedanken, subjektivem Gefühlserleben und bestimmten Verhaltenstendenzen verbunden sein kann, beispielsweise Schuld oder Scham.

Emotionale Dissonanz

Entsteht, wenn das Emotionsempfinden und der Emotionsausdruck einer Person nicht übereinstimmen, z. B. weil Darbietungsregeln einen bestimmten Ausdruck verbieten.

Emotionsarbeit

Ist ein Bestandteil bezahlter Arbeitstätigkeit; verändern Personen am Arbeitsplatz in Interaktionen ihren Emotionsausdruck zu Gunsten von Darbietungsregeln, leisten sie Emotionsarbeit.

Emotionscoaching

Mit Emotionscoaching ist eine elterliche Erziehungspraktik gemeint, bei der sich Eltern ihrer Emotionen und der Emotionen ihrer Kinder bewusst sind, auf differenzierte Weise über Emotionen sprechen können und ihre Kinder darin unterstützen mit ihren Emotionen zurechtzukommen.

Emotionserkennung

Emotionserkennung bezeichnet die Fähigkeit, Emotionen aus nonverbalen Informationskanälen wie dem Gesicht, der Prosodie oder Körperbewegungen zu erschließen. Dabei liegt der Fokus häufig auf der isolierten Fähigkeit, eine Emotion über einen bestimmten Informationskanal (z. B. den Gesichtsausdruck) zu erfassen, ohne den Kontext des Ausdrucks zu berücksichtigen.

Emotionsregulation

Bezieht sich auf die Einflussnahme auf seine eigenen Emotionen und ihren Ausdruck im Allgemeinen, nicht nur im Arbeitskontext.

Empathie

Die Fähigkeit einer Person, sich in die Lage anderer Menschen zu versetzen bzw. Mitgefühl für einen anderen Menschen zu entwickeln.

Empörung

Empörung bezeichnet die negative emotionale Reaktion auf einen Normbruch. Sie wird auch als fremdbezogene Emotion bezeichnet, weil sie sich auf die Person richtet, die gegen Normen verstoßen hat.

End-of-Sequence Bewertungsmethode

Werden Leistungen, z.B. Prüfungen oder Wettkampfleistungen, nicht direkt im Anschluss an ihre Präsentation bewertet, sondern erst wenn alle Prüflinge oder Sportler ihre Leistungen präsentiert haben, dann wird von einer End-of-Sequence Bewertungsmethode gesprochen.

End-state Comfort Effekt

Als End-state Comfort Effekt beschreibt man allgemein den Befund, das Gegenstände so entsprechend der geplanten Interaktion mit dem Gegenstand gegriffen werden.

Endophänotyp

Ein Endophänotyp ist ein messbares Merkmal, das in einem begründeten Zusammenhang zum interessierenden Merkmal steht, allerdings eine weniger komplexe genetische Grundlage hat.

Endowment-Effekt

Hinter dem auf Deutsch als Besitztumseffekt bezeichneten Endowment-Effekt verbirgt sich die Beobachtung, dass ein Gegenstand dann als wertvoller eingeschätzt wird, wenn man ihn besitzt, als wenn man als KäuferIn dafür Geld bezahlen soll.

Enkodierung

Einspeicherung eines Details ins Gedächtnis.

Entspannung

Wiederherstellung eines ausbalancierten und als angenehm empfundenen Erregungsniveaus im Verlauf des Erholungsprozesses.

Entwicklungsaufgaben

Alterstypische Aufgaben, bei deren erfolgreicher Bewältigung das Individuum neue Fertigkeiten erwirbt und sich dadurch weiterentwickelt.

Enzephalografie

Die Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns durch Aufzeichnung von Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche. Ursache der elektrischen Aktivität sind physiologische Vorgänge einzelner Gehirnzellen, die durch ihre elektrischen Zustandsänderungen zur Informationsverarbeitung des Gehirns beitragen.

Erblichkeit

Unter Erblichkeit wird das Ausmaß verstanden, in dem interindividuelle Unterschiede durch genetische Unterschiede zwischen Individuen erklärt werden können. Dieses Ausmaß wird üblicherweise in Prozent angegeben. Eine Erblichkeit h2 = .60 bedeutet somit, dass 60 % der Unterschiede im untersuchten Merkmal darauf zurückgehen, dass die untersuchten Personen sich genetisch unterscheiden.

Erbschaftsmediation

Mediation bezeichnet allgemein das gemeinsame Bemühen zerstrittener Parteien, mithilfe einer/-s neutralen professionellen Beraters/-in (Mediator/-in) in einem Konflikt eine einvernehmliche Lösung zu erzielen. Bei der Erbschaftsmediation geht es darum, dass die Erben/-innen sich im Streitfall über die Verteilung des Erbes gütlich einigen. Mediatoren/-innen, oft vom Grundberuf Juristen/-innen, haben in einer speziellen Fortbildung hierzu spezielle Konfliktlösekompetenzen erworben.

Ereignis-Rekonstruktions Methode („Event Reconstruction Method“)

bezeichnet eine Befragungsmethode, bei der die Teilnehmer gebeten werden, sich verschiedene vergangene Ereignisse zu vergegenwärtigen und sich erneut in diese Situationen hinein zu versetzen. Dann werden Fragen zu dem Erleben und Verhalten in dieser spezifischen Situation gestellt (Grube et al., 2008).

Erfolgserwartung

Dieser Fachbegriff bezeichnet in der Handlungspsychologie die (subjektive) Zuversichtlichkeit mittels eigenen Handelns die angestrebten positiven Konsequenzen oder Zustände auch zu erreichen. Die Erfolgserwartung wird allgemein als eine zentrale Größe für die Motivation und Energetisierung von Handlungen betrachtet.

Ergebnisframes

Von unterschiedlichen Ergebnisframes spricht man, wenn die Rahmenbedingungen einer bestimmten Situation, dass Ergebnis des Handelns in dieser Situation entweder als Gewinn oder Verlust erscheinen lassen. In Verhandlungen kann so ein Ergebnis als subjektiver Verlust (bspw. Beiträge von Gütern zu einer gemeinsamen Ressource) oder als subjektiver Gewinn (bspw. Verteilung von Gütern zur eigenen exklusiven Ressource) empfunden werden.

Siehe auch Artikel WinWin-Lösungen in Verhandlungen

Erholung

Prozess der Regeneration von durch Arbeit oder Belastung beanspruchten Ressourcen

erinnern

Personen sollen alles angeben, an das sie sich erinnern (z. B. Details von einem Ereignis oder Wörter aus einer Liste).

Erreichter Status

Ein Status, der verdient wurde

 

Erwartungseffekt

Nach der Kalibrierungshypothese führt allein die Erwartung einer Serie von Urteilen zu mittleren Bewertungen im ersten Urteil. Wird nur ein Urteil erwartet, zeigt sich diese Tendenz nicht.

Erziehungspraktiken

Unter Erziehungspraktiken werden Prozesse verstanden, durch die Eltern ihre Kinder direkt darin unterstützen, spezifische Verhaltensweisen (z.B. Tischmanieren, Umgang mit Emotionen, Engagement in der Schule) und Charakteristika (z.B. Einstellungen und Werte) zu entwickeln.

Eskalationsmodell

Das Eskalationsmodell nach Brosius und Esser (1995) beschreibt, wie es unter bestimmten Umständen eine Wechselwirkung zwischen medialer Berichterstattung und rechtsextremistischen Gewalttaten geben kann. Sie entwickelten das Modell in Folge der gewaltsamen Ausschreitungen gegen Asylbewerberinnen und Asylbewerber zwischen 1991 und 1993 in Deutschland.

Essmotiv

Essmotive sind Gründe, die bestimmen, warum wir essen, was wir essen. Unter anderem können physiologische Einflussfaktoren (z. B. Hunger), Emotionen (z. B. Stress), soziale Motive (z. B. weil etwas „in“ ist) und ökonomische Motive (z. B. weil es im Sonderangebot ist) unterschieden werden.

Ethnozentrismus

Positive Bewertung der Mitglieder der eigenen Gruppe gegenüber Mitgliedern anderer Gruppen.

eudaimonisches Unterhaltungserleben

meist ausgelöst durch ambivalente oder negative Emotionen und Gedanken wird das Nachdenken über ernste und bedeutsame Probleme, die Informationssuche und Anschlusskommunikation angeregt und als gewinnbringend erlebt.

Event file

Kurzlebige episodische Gedächtniseinheit, in der situativ wahrgenommene Reize und ausgeführte (oder geplante) Handlungen miteinander verknüpft sind. Synonym: Reiz-Reaktions-Assoziation; Reiz-Reaktions-Episode.

evidenzbasiert

Die Wirksamkeit einer Behandlungs-, Präventions- oder Interventionsstrategie wird auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse mittels Studien oder Experimenten eingeschätzt.

Evidenzgrad

Ein Maß zur Beurteilung der Qualität wissenschaftlicher Studien, wobei Meta-Analysen den höchsten Evidenzgrad haben, während unsystematische Einzelfallstudien oder Expertenmeinungen als geringste Evidenzstufe eingeordnet werden.

Exekutive Funktionen

Exekutive Funktionen sind eine Reihe mentaler Mechanismen, mit denen Menschen ihr Verhalten, unter Berücksichtigung von Umweltbedingungen und komplexen Situationen, steuern (z.B. Festlegen von Zielen, Planung von Handlungen). Diese Funktionen modulieren und regulieren die Informationsverarbeitung und verschiedene untergeordnete Teilprozesse zur Steuerung des Verhaltens.

Exekutive Kontrollprozesse

Höhere kognitive Prozesse, die die Planung und Hemmung andere geistiger Prozesse, wie z.B. von Wahrnehmungsprozessen, regeln.

Existentielle Ängste

Die existentielle Psychologie beschäftigt sich mit den unvermeidlichen Begrenzungen der menschlichen Natur als Ganzes, der „conditio humana“, und der Frage wie Menschen unter diesen Bedingungen Sinnhaftigkeit konstruieren. Hierzu gehört zum Beispiel die unvermeidliche Sterblichkeit aller Menschen oder die eigene Bedeutungslosigkeit angesichts der Größe des Universums. Erinnerungen an diese letztlich unüberwindbaren menschlichen Begrenzungen können Ängste auslösen. Auch wenn diese Ängste nicht unbedingt bewusst wahrgenommen werden, können sie unterschiedliche Verteidigungsreaktionen motivieren.

 

Experience Sampling

Eine wissenschaftliche Methode der Datenerhebung, bei der Handlungs- und Befindlichkeitsmuster im täglichen Leben erfragt werden. Die Versuchspersonen werden an mehreren zufällig gewählten Zeitpunkten im Tagesverlauf per Funkempfänger oder Smartphone benachrichtigt und gebeten, möglichst unmittelbar im Anschluss an das Signal einen kurzen Fragebogen auszufüllen. So soll ein repräsentatives Bild des Verhaltens und Erlebens im Alltag erstellt werden.

Experimentalgruppe

Bezeichnet in einer wissenschaftlichen Untersuchung diejenigen Versuchspersonen, die einer Behandlung ausgesetzt werden.

Exposition

Eine Exposition ist ein Sich-Aussetzen oder eine Konfrontation mit in der Regel negativen bzw. angstauslösenden Reizen, sodass diese nicht vermieden werden können. Exposition wird häufig in der Behandlung von spezifischen Ängsten (Phobien) verwendet.

Externales Feedback

Der Begriff steht für Rückmeldungsprozesse, die von externen Informationsquellen gegeben werden (z.B.: TrainerInnen, Computer, Stoppuhr).

Extremismus

Eine einheitliche Definition von Extremismus gibt es nicht. Vielen Definitionen gemeinsam ist aber die Idee, dass Extremismus zwei Aspekte vereint: a) die Bestrebung, die herrschenden Zustände radikal im Sinne einer Ideologie zu ändern, die angibt die „einzig wahre“ Interpretation sozialer und/oder gesellschaftlicher Zustände zu besitzen; b) die Bereitschaft für diese Veränderungen radikale und gewalttätige Strategien einzusetzen.

extrinsische Motivation

Eine Form der Motivation, die durch äußere Reize (wie dem Wunsch nach Belohnung oder dem Vermeiden von Bestrafung) hervorgerufen wird. Sie steht im Gegensatz zur intrinsischen Motivation.

Eyetracker

Ein Gerät, das eine direkte sowie zeitlich und örtlich äußerst genaue Messung und Aufnahme der Blickbewegungen ermöglicht.

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