Gatekeeping

Der Ansatz des Gatekeeping geht davon aus, dass Journalistinnen und Journalisten den Informationsfluss zwischen den Nachrichtenquellen und den Rezipientinnen und Rezipienten steuern. Je nach medialen Rahmenbedingungen, wie der Beitragslänge bzw. -dauer oder der zur Verfügung stehenden Zeit und Informationsmöglichkeit für einen Beitrag, werden Themen unterschiedlich aufbereitet. Auch personenbezogene Variablen, wie das Interesse der Journalistinnen und Journalisten oder die Themensignifikanz in der Redaktion, beeinflussen die Themenwahl.

Gedächtnis

Gedächtnis ist für die Speicherung von Informationen zuständig, die damit auch zu einem Zeitpunkt zur Verfügung stehen, wenn sie nicht gerade nicht mehr wahrnehmbar sind. Der Abruf aus dem Gedächtnis stellt Re-Konstruktion der Erinnerung dar. Zum einen kann man das Gedächtnis danach einteilen, wie lange Informationen gespeichert werden. Hierbei beschreibt das sensorische Register eine Art Ultrakurzzeitspeicher, der Information etwa eine halbe Sekunde speichert und dabei sehr eng mit der Wahrnehmung verknüpft ist. Des Weiteren gibt es einen Kurzzeitspeicher, der heute als Arbeitsgedächtnis bezeichnet wird und bis zu mehrere Sekunden umfassen kann. Langfristig werden Informationen im Langzeitspeicher abgelegt.

Anhand des gespeicherten Inhalts lässt sich das (Langzeit-)Gedächtnis in deklaratives und nicht deklaratives Gedächtnis unterteilen. Das deklarative Gedächtnis umfasst das semantische und episodische/autobiographische Gedächtnis. Die hier gespeicherten Inhalte können wir uns bewusst machen und sie beschreiben. (1) Semantisches Gedächtnis: Dabei handelt es sich um Faktenwissen und Wissen über die Welt, das jedoch ohne Bezug zur eigenen Person gespeichert wird. (2) Episodisches, teilweise auch autobiographisches Gedächtnis: Hier werden persönliche Ereignisse gespeichert, die einen klaren Bezug zur eigenen Person haben. Nicht mehr die reinen Fakten, sondern auch die ‚Begleitumstände’ der Erlebnisse werden mitgespeichert, die Gefühle, der Ort und die Zeit, die mit den Ereignissen verbunden sind.

Das nicht deklarative Gedächtnis umfasst das prozedurale und das assoziative Gedächtnis. Deren Inhalte können wir uns meist nicht bewusst machen und nur schwer beschreiben. (3) Prozedurales Gedächtnis: Im prozeduralem Gedächtnis sind eingeübte und gelernte Bewegungsabläufe und Verhaltensroutinen gespeichert. Die Handlungen, die etwa zum Schnürsenkelbinden nötig sind, führen wir automatisch aus und ohne dass wir uns der einzelnen Teilschritte bewusst sind. (4) Assoziatives Gedächtnis: Assoziationen sind individuell verschieden. Und solche Assoziationen werden in diesem Gedächtnis abgelegt. Es erlaubt uns, schnell zu bewerten und schnell zu reagieren. Warum finden wir plötzlich eine Person hübsch, einen Pullover hässlich, warum fühlen wir uns wieder wie frischverliebt mit 15 bei einem bestimmten Lied im Radio? Dahinter stehen meist Lernprozesse (Stichwort Konditionierung), die uns nicht bewusst sind und die wir auch meist nicht rekonstruieren können, da sie in der Vergangenheit automatisch abliefen. Für unser aktuelles Verhalten spielen sie aber dennoch eine große Rolle – wir versuchen, die unangenehmen Dinge zu vermeiden, die angenehmen Dinge streben wir an.

Die drei wichtigen Gedächtnisprozesse sind: 1. Enkodierung (= Aufnehmen, Entschlüsseln, Verschlüsseln, Einprägen), 2. Behalten/Speichern, 3. Abruf/Zugriff.

Gefühl

Im alltäglichen Sprachgebrauch synonym zu Emotion. Im engeren Sinn beschreibt Gefühl den subjektiven Aspekt einer Emotion. Emotionen haben eine handlungsmotivierende Funktion. Bestimmte physiologische Veränderungen (z.B. Erhöhung des Herzschlags, Hormonausschüttung, Regulierung des Verdauungssystems) stellen nun Energie bereit, um schnell und adäquat auf das emotionsauslösende Objekt zu reagieren. Das Erleben dieser physiologischen Veränderungen (z.B. Kribbeln im Bauch, besonders starker und schneller Herzschlag) sowie der Erlebensaspekt („ich bin verliebt“ etc.) wird als Gefühl bezeichnet.

Gemeinsame Gesprächsgrundlage

Gemeinsame Gesprächsgrundlage: Information oder Wissen, das KonversationspartnerInnen teilen; Dinge, die sie (mittlerweile) gemeinsam wissen, glauben und/oder erkennen.

Gender

Die sozialen Rollen, Verhaltensweisen, Merkmale und Aktivitäten, die eine bestimmte Gesellschaft oder Kultur als angemessen für Männer und Frauen sieht. Bezieht sich auf Charakteristika, die eine Gesellschaft oder Kultur als männlich oder weiblich ansieht.

Generation X

Mitglieder der Generation X kamen im Zeitraum von etwa 1960 bis 1980 zur Welt und gelten als enttäuschte Individualisten, denen die vorherige Generation der Babyboomer die Spitzenpositionen in der Gesellschaft weggeschnappt hat.

Generation Y

Geburtenjahrgänge von ca. 1980 bis ca. 2000. Die Definition über Anfang und Ende unterscheidet sich von Quelle zu Quelle sehr stark. (Synonyme: Millenial, Gen Y, Digital Natives, Nexters). Die Generation Y ist die erste, maßgeblich durch das Internet geprägte Generation, die sich ebenso selbstverständlich im virtuellen wie im realen Raum bewegt (Eisner, 2005). Das medial gezeichnet Bild dieser Generation ist gespalten. Auf der einen Seite gilt sie als anspruchsvoll, mit sich selbst beschäftigt, selbstverliebt, hedonistisch und illoyal; auf der anderen Seite als hervorragend ausgebildet, weltoffen, kreativ und zielorientiert. Empirische Untersuchungen können dieses Bild allerdings nicht bestätigten.

Generativität

ein Begriff des amerikanischen Psychoanalytikers Erik Erikson, ist das Bedürfnis von Menschen mittleren Alters, etwas von sich an die nachfolgende Generation weiterzugeben. Dies können materielle Dinge sein, aber auch Werte oder Traditionen und kann sich sowohl an die eigenen Kinder als auch an die jüngere Generation allgemein richten.

Genom

Der Begriff Genom bezeichnet das gesamte genetische Material eines Organismus.

Genomweite Assoziationsstudie

Genomweite Assoziationsstudie bezeichnet eine wissenschaftliche Untersuchungsmethode, bei der das gesamte Genom durchsucht wird.

Geruchssinn

Der Geruchssinn zählt zu den chemischen Sinnen. Bei den Geruchssinneszellen handelt es sich um Chemorezeptoren, die durch gasförmige Moleküle erregt werden. Geruch ist ein Fernsinn – wir riechen also auch Dinge, die weiter weg sind. Geruchswahrnehmung ist vergleichsweise langsam (Detektion von Gerüchen dauert etwa 10 Mal länger als Detektion visueller Reize).
Geruchswahrnehmung hat eine starke soziale Funktion und Gerüche zeigen das Zusammengehören einer Gruppe an („Stallgeruch“). Duftstoffe haben wichtige Signalfunktionen zwischen Individuen und Gruppen; sie beeinflussen auch das Fortpflanzungsverhalten und hormonelle Steuerungen. Darüber hinaus besitzt der Geruchssinn eine Torwächter-Funktion: Stoffe, die wir riechen, stehen meist kurz davor, in den Körper aufgenommen zu werden. Stoffe, die für das Überleben wichtig sind, müssen erkannt werden und Stoffe, die für den Körper schädlich sind, müssen ebenfalls erkannt und dann ausgeschieden oder gar nicht erst aufgenommen werden. Bestimmte Gerüche lösen Schutzreflexe aus (Niesen oder Würgereflex; stark stechende Substanzen wie Ammoniak können reflektorischen Atemstillstand verursachen). Gerüchen kommt eine Sonderstellung in Lernprozessen zu. Klassische Konditionierung funktioniert besonders gut mit Geruchsreizen. Der Geruchssinn hat darüber hinaus eine starke emotionale Komponente.

Gesamtinteressen des Teams

Interessen, die sich aus den Interessen aller Teammitglieder oder ihren unterschiedlichen Informationen über die Teaminteressen zusammensetzen. Die Gesamtinteressen des Teams können sich zuweilen stark von den Interessen oder Informationen einzelner Teammitglieder unterscheiden.

Siehe auch Artikel Unterschiede als Chance

Geschlecht

Biologische Merkmale, die männliche und weibliche Mitglieder einer Art voneinander unterscheiden.

Geschlecht

bezieht sich auf die biologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Geschlecht

Bezieht sich auf Charakteristiken, die die Gesellschaft oder Kultur als männlich oder weiblich erachtet

 

Geschlecht (sex)

Bezieht sich auf die biologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen

 

Gesichtsfeld

Das Gesichtsfeld bezeichnet alle Punkte, die man bei ruhiger und gerader Kopfhaltung sowie bei geradeaus gerichtetem und starrem Blick mit dem Auge sehen kann, auch wenn die Punkte nicht fixiert werden.

 

Gesunder Menschenverstand

Die Fähigkeit praktische Angelegenheiten durch wenige Überlegungen wahrnehmen, verstehen oder einschätzen zu können; man geht davon aus, dass dies eine universelle menschliche Fähigkeit ist (van Holthoon & Olson, 1987).

Gewissenhaftigkeit

Diese Eigenschaft beschreibt das Ausmaß organisierten und sorgfältigen Handelns, sowie das Bedürfnis nach Strukturiertheit und Ordnung des Alltags und Lebens. Personen mit hoher G. handeln vorausplanend, effektiv, verantwortlich und überlegt. Sie haben ein hohes Maß an Kontrollbedürfnis und zeichnen sich durch Entschlossenheit in der Erreichung ihrer Ziele aus. Personen mit niedriger G. handeln unachtsam, unzuverlässig und eher unüberlegt. Sie sind unsorgfältig, leicht ablenkbar und machen eher Fehler.

Gewohnheitsstärke

Graduierung einer Gewohnheit. Tendenz auf einen bestimmten Reiz mit einer bestimmten Reaktion mehr oder weniger stark zu reagieren. Je häufiger die Reiz-Reaktion verstärkt wurde, desto größer ist die Gewohnheitsstärke.

Gezügelt Essen

Der bewusste Versuch, die Nahrungsaufnahme zu beschränken, um Gewichtszunahme zu verhindern oder Gewicht zu verlieren.

Gilde

Zusammenschluss mehrerer Spieler in einem Onlinerollenspiel.

Globuli

lateinisch für „Kügelchen“; Bezeichnung für eine kugelförmige Darreichungsform, die u.a. bei homöopathischen Arzneimitteln zum Einsatz kommt.

Graue Hirnsubstanz

Im zentralen Nervensystem kann zwischen grauer und weißer Substanz unterschieden werden. Die graue Substanz besteht hauptsächlich aus Nervenzellen, die weiße hauptsächlich aus Axonen (Nervenzellfortsätzen). Im Gehirn liegt die Mehrheit der grauen Substanz umhüllend um der weißen Substanz und wird deshalb auch als Hirnrinde bezeichnet.

Synonyme: grauen Hirnsubstanz

Groupthink

Übermäßiges Streben nach Einmütigkeit und Harmonie in Gruppen, das die Überhand gewinnt gegenüber einer realistischen Bewertung der Sachlage.

Gruppe/Gremium

Beide Begriffe werden in diesem Artikel synonym verwendet. Nach unserem Verständnis bestehen Gruppen aus mindestens drei Mitgliedern, die miteinander interagieren, um gemeinsame Ziele zu erreichen.

Gruppenbasierte Emotion

Emotion, die wir aufgrund unserer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, z.B. der der Deutschen, empfinden.

Gruppeneffektivität

Überzeugung der Gruppenmitglieder, dass die eigene Gruppe effektiv für ihre Rechte eintreten und diese auch erreichen kann.

Gruppenkohäsion

Zusammenhalt einer Gruppe und Loyalität gegenüber ihren Mitgliedern und Zielen.

gustatorische Modalität

Empfindungen, die wir über den Geschmack erfahren, betreffen die gustatorische Modalität, also den Geschmackssinn selber.

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